Warum können wir kein HBO?

Bastian Pastewka soll der deutsche Walter White werden.

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Ab 2015 spielt er in einer vierteiligen ZDF-Miniserie einen arbeitslosen Grafiker aus dem Taunus, der anfängt, Geld zu fälschen, um seine Familie durchzubringen.

Im aktuellen brand eins (Ausgabe 03/2014) fragt sich Jochen Förster, warum deutsche Serien-Produktionen mit House of Cards, Sopranos und Co nicht mithalten können.

Die Quintessenz des Artikels ist oben zu lesen, ich möchte ihn jedoch mit einer Passage aus dem unglaublich lesenswerten und gut recherchierten Artikel von Christian Junklewitz von 2011 zu Doctor Who bei Serienjunkies ergänzen:

Auch der Ankauf von „Doctor Who“ wurde in der besagten Sitzung vom Mai 1968 diskutiert. Dazu hatten sich die Teilnehmer im Vorfeld die sechsteilige Episode „The Ice Warriors“ (1967) angeschaut.

 

(…)

 

Das Urteil der ZDF-Redakteure fiel vernichtend aus: „Die Filme sind in Dekor und Kostümen ebenso naiv wie die Bücher undurchschaubar. Die Ablehnung erfolgt einstimmig.“ Damit war das Thema „Doctor Who“ für das ZDF erst einmal vom Tisch.

Bereits vor 46 Jahren hätte das deutsche Publikum also an manch eine anspruchsvollere englischsprachige Serie gewöhnt werden können, die wohl auch heute noch das Kernklientel im klassischen Fernsehen ausmachen, wenn sie nicht zum Pay-TV oder direkt in Streaming-Angebote abgewandert sind.

So ist es kein Wunder, dass der “junge” Spatensender ZDF_Neo mit einer Hymne auf die 90er in Manier einer typischer RTL-Chartshow gerade einen kleinen YouTube-Hit landet (100.000 Views in zwei Tagen), während anderswo in den 90ern schon die Sopranos geschaut wurden:

 

 

Meine 90er waren übrigens eher musikalisch geprägt von:

 

Die Privatsphäre und die datengeschützte Gesellschaft

Archivierung des Artikels von 2011:

Alle Beziehungen von Menschen untereinander ruhen selbstverständlich darauf, daß sie etwas voneinander wissen. – Georg Simmel

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In “Soziologie / Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung” schrieb Georg Simmel im Jahre 1908 über das Geheimnis und die geheime Gesellschaft. Was sich nach einem alten Groschenroman für Verschwörungstheoretiker anhört, entpuppt sich aus heutiger Sicht als eines der interessantesten Belege für den ursprünglichen Umgang mit den Definitionen von den heute verwendeten Begriffen der “Privatsphäre/Öffentlichkeit” und  “Datenschutz/Transparenz”.

Ohne diese Begriffe überhaupt zu erahnen oder zu erwähnen legt er speziell in seinem Exkurs über den schriftlichen Verkehr da, vor welchen Probleme sich unsere “vergesellschaftliche Welt” mit dem Medium Internet befindet.

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Veröffentlicht unter Briefe